Eine unverzichtbare Unterstützung für Menschen in Not
Seit fast vier Jahren ist er Teil des Rotkreuz-Fahrdienstes und fährt monatlich beeindruckende 1'000 bis 1'500 Kilometer. «Es gibt viele Menschen, die nicht mehr mobil sind, sei es mit einem Rollator oder wegen anderer gesundheitlicher Einschränkungen. Sie sind wirklich auf diesen Service angewiesen», erzählt er. Das weiss er aus eigener Erfahrung, denn er selbst hat mehrere Operationen hinter sich. Jetzt, da es ihm wieder besser geht, möchte er etwas zurückgeben. Sein Engagement bringt viele berührende, aber auch herausfordernde Momente mit sich. Es ist leider auch schon vorgekommen, dass er mit Patienten 30-mal zu den Bestrahlungen in die Onkologie nach St.Gallen gefahren ist und später dann die Todesanzeige in der Zeitung lesen musste. «Das ist nicht einfach, aber ich versuche immer positiv zu bleiben. Ich merke schnell, ob jemand reden möchte oder lieber in seinen Gedanken bleibt – beides ist völlig in Ordnung.»
Flexibilität und Freude am Fahren
Ein grosser Vorteil des Fahrdienstes ist für ihn die Flexibilität. Jede Fahrt kann individuell angenommen oder abgelehnt werden, was ihm grosse Freiheit gibt. «Das ist super! Man wird immer vorher gefragt, ob man eine Fahrt übernehmen kann. Man ist nie verpflichtet.» Besonders gerne übernimmt er längere Strecken – ob nach Zürich ins Unispital oder nach Aarau. «Da lohnt sich die Fahrt! Bei kurzen Strecken wird der Motor ja nicht mal richtig warm», scherzt er. Während der Wartezeiten vor Ort nutzt er die Gelegenheit, die Gegend zu erkunden oder sich bei einem Kaffee zu entspannen.
Ein Erlebnis, das er nie vergisst
Eine Fahrt wird er wohl nie vergessen. Ganz am Anfang seiner Tätigkeit holte er eine Patientin für die Reha ab. Am Empfang wurde ihm eine Dame gebracht, die er mit dem angemeldeten Namen begrüsste – ohne dass die Pflegekraft etwas sagte. Erst während der Fahrt rief die Einsatzleiterin des Fahrdienstes an und bat ihn, noch einmal nach dem Namen der Frau zu fragen. Es stellte sich heraus: Es war die falsche Patientin! Zwei Frauen hatten zur gleichen Zeit eine Fahrt zur gleichen Rehaklinik gebucht. Eine mit dem Taxi und die andere mit dem Fahrdienst. Seitdem fragt er lieber einmal mehr nach dem Namen, um solche Missverständnisse zu vermeiden.
Verbesserungswünsche und persönliche Leidenschaften
So viel Freude ihm der Fahrdienst bereitet, eine Sache wünscht er sich dennoch: bessere Parkmöglichkeiten bei den Spitälern. «Unsere Fahrgäste sind meist schlecht zu Fuss. Bei einigen Spitälern gibt es komplizierte Parksysteme und wir können nicht einfach in der Nähe des Eingangs stehen bleiben, bis der Termin fertig ist.» Es wäre eine grosse Erleichterung, wenn speziell für den Fahrdienst bessere Lösungen gefunden würden. Neben seinem Engagement hat er eine grosse Leidenschaft: das Reisen auf Kreuzfahrtschiffen. Das Wasser und die weite Welt faszinieren ihn, und auf hoher See kann er wunderbar abschalten. Sein Einsatz ist ein wertvoller Beitrag für die Gesellschaft. Ohne freiwillige Fahrer wie ihn wäre der Rotkreuz-Fahrdienst nicht möglich. Sein Engagement zeigt, wie wertvoll es ist, anderen zu helfen – und dabei selbst Erfüllung zu finden.
Unsere Freiwilligen vom Rotkreuz-Fahrdienst im Einsatz 2024
- 45'459 Einzelfahrten
- 954'338 gefahrene Kilometer
- 284 Freiwillige
- 39'463 unentgeltliche Stunden