Erfahrungsbericht

Freiwillig im Einsatz für den Rotkreuz-Notruf

Eva Schindel ist eine von 14 Freiwilligen des SRK Kanton St.Gallen, die mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen den Rotkreuz-Notruf bei unseren Kundinnen und Kunden installieren. Claudia Inauen, Leiterin Entlastung, hat sie bei einer solchen Installation begleitet.
Links: Claudia Inauen, Leiterin Entlastung; Rechts: Eva Schindel, Freiwillige Rotkreuz-Notruf

Eva Schindel ist ausgebildete Primarlehrerin und als Privatlehrkraft aktiv. Nebenbei engagiert sie sich als Freiwillige beim Rotkreuz-Notruf.

Was motiviert dich, dich als Freiwillige für den Notruf zu engagieren?  


Eva Schindel: Zentral und von grösster Wichtigkeit sind mir die direkten Begegnungen mit Menschen. Bei der Installation eines Notrufgeräts geht es um die Erläuterung und Anwendung der Technik. Viel Gewicht messe ich aber zuhause bei den Kundinnen und Kunden dem Aufbau einer entspannten Atmosphäre und gegenseitigem Vertrauen bei. So können anfängliche Skepsis, Unsicherheit oder gar Angst vor den technischen Geräten abgebaut werden. Die Sinnhaftigkeit dieser Tätigkeit beim SRK und die Herausforderung, die Menschen dort abzuholen, wo sie sind, erfüllen mich mit Freude. Zudem schätze ich die freie Zeiteinteilung und natürlich die Zugehörigkeit zur Rotkreuz-Gemeinschaft.

Was ist für dich die grösste Herausforderung in diesem freiwilligen Engagement?
 

Eva Schindel: Die Begegnungen mit den Menschen zu Hause erfordern Wachheit, Empathie und Offenheit – oft sind die Menschen noch in Trauer über den Verlust des Partners oder der Partnerin. So sind Achtsamkeit und behutsame Kommunikation in diesem Setting Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche und nachhaltige Notruf-Installation.

Gibt es im Zusammenhang mit diesem Engagement ein speziell schönes Erlebnis, das du mit uns teilen möchtest?

Eva Schindel: Die Kundinnen und Kunden zeigen Freude und gewinnen während der Installation Vertrauen in die doch sehr einfach zu bedienenden technischen Geräte sowie in mich als «Botschafterin» des SRK. Wenn sich bei den Menschen das Gefühl einstellt «Ich bin aufgehoben, ich bin verbunden mit der Aussenwelt, das Alleinsein wird in Zukunft weniger belastend sein», dann habe ich mein Ziel gut erreicht. Dann empfinde ich Glück und Dankbarkeit. Die schönsten Erlebnisse sind aber immer wieder die lachenden Gesichter: Grosse, weite, interessante und wertvolle Welten, die sich mir bei dieser Arbeit öffnen.

Claudia Inauen, Leiterin Entlastung, ist immer wieder beeindruckt, mit welchem Engagement sich die Rotkreuz-Freiwilligen für andere Menschen einsetzen:

«Ich schätze den gelegentlichen Einblick in die direkte Arbeit der Freiwilligen immer ausserordentlich. Auch diesmal war ich sehr beeindruckt von der hohen Kompetenz und Empathie, mit welcher Frau Schindel vorgegangen ist. Schnell war klar, dass weniger der Kunde selbst als vielmehr seine Angehörigen die Installation eines Notrufgerätes in die Wege geleitet haben. Trotzdem ist es Frau Schindel mit ihrer empathischen Art gelungen, ganz individuell auf den Kunden einzugehen und seine Bedürfnisse ins Zentrum zu stellen. Mit ihrem gewinnenden Auftreten und ihrer grossen Erfahrung konnte sie ihn rasch von der Wichtigkeit der steten Alarmierungsmöglichkeit überzeugen».